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Authentizität und Tradition

Ein ausgesprochen positiver Aspekt der GGA Absinthe wäre eine juristische Definition, was als Absinthe verkauft werden darf. Denn abgesehen von der Schweiz ist das fast nirgendwo geregelt. Die EU ist zwar dabei eine Spirituosenkategorie „Absinthe“ zu entwickeln, aber die ersten Vorschläge sind abgelehnt worden. Das ist insofern ungeschickt, als daß sich die EU durch eine Spirituosenkategorie durchaus gegen ein GGA Absinthe durchsetzen könnte. Die entsprechende Kategorie müsste nur vor der GGA abgesegnet werden.

Das Szenario könnte idealerweise (ähnlich wie beim Gin) gleich mehrere Kategorien definieren, denn es geht ja nicht darum, Lieferanten vom Markt auszuschließen, sondern darum, Konsumenten über die unterschiedlichen Qualitäten aufzuklären. Man mache sich nichts vor – auch im 19. Jahrhundert war Absinthe nicht gleich Absinthe. Da gab es genau wie heute, sehr edle Absinthe auf Weinalkoholbasis, aber auch ganz elende Ölmixe mit künstlichen Farbstoffen.

Das wirft die Frage auf, Ist heutiger Absinthe aus dem Val de Travers ein Indikator dafür, was guter Absinthe sein sollte? Sicherlich nicht! Denn die meisten Absinthe aus den Val de Travers sind wenig komplexe, weiße Absinthe und haben nichts mit den feinen, grünen Absinthen zu tun, die anderswo hergestellt werden. Die meisten Brennereien im Val de Travers stellen ausschließlich weiße Absinthe her. Dabei möchten die Brenner dort den Begriff „Fée Verte“ – ein Pseudonym für grünen Absinthe, schützen lassen. Die Kompetenz des Absinthe Färbens ist im Val de Travers über die Jahrzehnte verloren gegangen, denn während der Zeit der Schwarzbrennerei zwischen 1910 und 2005 wäre ein grünes Getränk im Val de Travers viel zu auffällig gewesen, hingegen ein wasserklares Getränk hat sich immer sehr gut verstecken lassen.

Tatsächlich werden heute die besten grünen Absinthe außerhalb des Val de Travers, viele auch außerhalb der Schweiz hergestellt – und das bestätigen zahlreiche internationale Juroren.

Würde die Eingabe der GGA stattgegeben würden als Schlussfolgerung die meisten grünen Absinthe verschwinden. Eine Hochskalierung der Produktion erkauft sich ein Hersteller in der Regel mit wesentlich variableren Qualität. Da wir hier von sehr kleinen Chargen im Bereich von eventuellen 100 Litern sprechen, ist eine Verzehnfachung der Produktion unter Beibehaltung der Qualität schlicht weg unmöglich.

Schließlich würden dann hauptsächlich weiße Absinthe aus dem Val de Travers kommen, die alle recht ähnlich sind und kaum Variationen bieten, hingegen die grünen Absinthe würden weitestgehend vom Markt verschwinden?

Damit hätten die Leute, die über Jahrzehnte schwarz gebrannt haben, die grüne Fee erneut ums Eck gebracht.

 

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