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Absinthe in Frankreich

Fragt man beliebige Personen, die nicht im Val de Travers leben nach Absinthe, so bekommt man in der Regel die Antwort, Absinthe sei eine Französische Spirituose (die verrückt macht). Die wenigsten würden antworten, es sei eine klare Anisspirituose, die aus einem kleinen Tal in der französischen Schweiz kommt. Woran liegt das? Nun, zunächst einmal kennt außerhalb der Schweiz kaum jemand überhaupt das Val de Travers, außerdem wird Absinthe in der Regel mit den der Belle Epoque in Paris und dem ausgelassenen Treiben der Künstler dort in Verbindung gebracht. Stereotyp denken die meisten an Moulin Rouge, Toulouse Lautrec und van Gogh. Aber es stimmt natürlich auch: Die Franzosen haben Absinthe zu dem gemacht, woran er heute erinnert. In Frankreich wurde ja auch der meiste Absinthes weltweit produziert.

 

Niemand streitet ab, daß Absinthe im Val de Travers entstand. Die erste kommerzielle Brennerei wurde von Dubied 1797 gegründet. Aber bereits 1805 siedelte der an dieser Brennerei beteiligte H.-L. Pernod nach Pontarlier (Frankreich) um. Dort begann er ebenso Absinthe zu produzieren und diesen in Frankreich zu verkaufen und erst dadurch erreichte der Absinthe eine größere Popularität.

Das Absintheverbot kam in Frankreich etwas später als in der Schweiz – nämlich 1914. Mit der Harmonisierung der Aromenverordnung der EU wurden derartige Spirituosen 1989 wieder zugelassen. Seit Anfang der 2000er Jahre wird in Pontarlier wieder offiziell Absinthe hergestellt und zwar durchaus auf sehr hohem Niveau.

Aber auch in Fougerolles, in Saumur und Südfrankreich wird heute wieder Absinthe in Frankreich produziert.

Der reine Produktbegriff „Absinthe“ wurde in Frankreich erst 2010 wieder zugelassen. Vorher mussten kryptische Umschreibungen verwendet werden.

Ein besonders cleverer Hersteller aus Pontarlier (Francois Guy) hat sich 2012 den Begriff „Absinthe de Pontarlier“ schützen lassen und ist damit in jedem Fall aus der Schusslinie und kann, egal was passiert, seinen Absinthe so weiterproduzieren und vermarkten wie bisher. Natürlich wäre es blödsinnig, würden die Brenner aus Fougerolles jetzt auch hingehen und den Begriff „Absinthe de Fougerolles“ für sich reklamieren, aber rein rechtlich würde das wohl gehen.

Ende 2013 überarbeitete Pernod-Ricard seinen Absinthe Pernod 68, so daß er jetzt mit Weinalkohol destilliert wird. Es ist allerdings unklar, ob dieses Produkt nur für den amerikanischen Markt oder weltweit produziert wird. In jedem Fall ist es bemerkenswert, daß ein global player das Thema Absinthe, was ja ganz klar auch der Ursprung dieses Giganten ist, wieder ernst nimmt. Man darf auch bezweifeln, daß sich Pernod-Ricard von ein paar ehemaligen Schweizer Schwarzbrennern in die Suppe spucken lässt. 

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