Absinthe Qualitätskriterien
Absinthe Qualitätskriterien - oder "Wie erkenne ich einen guten Absinthe"
Eine schier unüberschaubare Flut an Absinthe wird angeboten. Zahlreiche "selbsternannte Absintheexperten" versuchen ihr Halbwissen als Expertenwissen an den Mann (oder an die Frau) zu bringen. Wie soll man nun aber wirklich objektiv feststellen, ob es sich bei dem vermeintlichen Absinthe wirklich um ein Qualitätsprodukt, oder Ramsch handelt?
Die Krux liegt derzeit daran, daß es in der EU gültigen Spirituosenverordnung keine Kategorie "Absinthe" gibt. Das wiederrum wäre die Grundlage dafür, daß alle Produkte nach einer gewissen Methodik hergestellt würden - aber genau das gibt es nicht.
Als 2005 in der Schweiz, Absinthe nach 95 Jahren wieder legalisiert wurde, war der Gesetzgeber so schlau und hat in der Lebensmittelverordnung definiert, wie Absinthe hergestellt werden muss:
Verordnung des EDI über alkoholische Getränke
5. Kapitel: Spirituosen
2. Abschnitt: Besondere Bestimmungen zu den einzelnen Spirituosenkategorien
< Art. 79 Aperitif, Spirituose mit bitterem Geschmack (Bitter)
> Art. 81 Spirituose mit Anis
Art. 80 Absinth
Absinth ist eine Spirituose aus Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs oder aus einem Destillat landwirtschaftlichen Ursprungs, die:
a. mit Wermutkraut (Artemisia absinthium L.) oder dessen Extrakten, in Verbindung mit anderen Pflanzen oder Pflanzenextrakten wie Anis, Fenchel und dergleichen, aromatisiert ist;
b. durch Einmaischen und Destillation hergestellt wird;
c. einen bitteren Geschmack hat und nach Anis oder Fenchel riecht; und
d. beim Verdünnen mit Wasser ein trübes Getränk ergibt.
Es wäre sehr wünschenswert, wenn die EU diese Definition übernehmen würde!
Herstellung
Bereits vor dem Absintheverbot 1910 erkannten zahlreiche Hersteller, daß Absinthe sehr günstig herzustellen ist, wenn man die Produktionsmethode vereinfacht. Auch damals gab es Mazerationen und Ölmixe! Die hochwertigsten (und schmackhaftesten) Ergebnisse können aber (damals wie heute) nur durch Destillation von Kräutern erzielt werden!
Kräuter
Absinthe muss Wermut (Artemisia Absinthium), Anis (Pimpinella Anisum) und Fenchel (Foeniculum vulgare) enthalten. Fehlt einer dieser Bestandteile, kann man strenggenommen nicht von Absinthe sprechen - dann ist es ein Kräuterschnaps.
Thujon
Grundsätzlich ist von Angeboten abzuraten, die einzig auf den Thujonwert abheben. Thujon ist zwar ein wichtiger Bestandteil, aber es ist falsch anzunehmen, je mehr Thujon ein Absinthe enthält, desto besser ist er.
Farbe
Finger weg von Produkten, die keine natürliche Farbe (klar, grün, gelb oder braun) haben. Hier sind künstliche Farbstoffe im Spiel, die Sie Ihrem Körper sicher nicht antun wollen. Mit Kräutern gefärbte Produkte können zwar auch sehr auffällige Farben haben, aber dann sollte man sich versichern, daß diese wirklich natürlichen Ursprungs sind.
Alkoholgehalt
Seriöser Absinthe hat zwischen 45% vol. und 75% vol. Alkohol. Alles was darüber liegt, hat im Normalfall mit Absinthe nichts mehr zu tun. Einzige Ausnahme: unverdünnte Direktabfüllungen (Brute d'Alambic).
Zucker
Vorgesüßte Produkte haben möglicherweise Defizite verschiedener Art, die darüber verdeckt werden sollen. Wenn man Absinthe gesüßt bevorzugt, sollte einem das schon selbst überlassen bleiben. Der Hersteller sollte das in keinem Fall vorwegnehmen. So sind beispielsweise objektive Produktvergleiche nur dann möglich, wenn alle Produkte ungesüßt sind, denn die Gefälligkeit, die von der Süsse ausgeht beeinflusst den Gesamteindruck enorm.
Direkter Kontakt
Markus Lion e.K.
Industriestrasse 6
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